Die Bücher und Ich

Soweit ich mich erinnern kann, war das Lesenlernen damals für mich und meine Eltern eine anstrengende Zeit. Ich kann mich dunkel an Abende voller Verzweiflung erinnern, an denen meine Eltern mühsamst versucht haben, mir die einzelnen Buchstaben, die Buchstabenkombinationen und die Sinnhaftigkeit der ganzen Anstrengung mit Mimi dem Hampelmann beizubringen.
Irgendwann habe ich es dann doch verstanden und bin in den Groschenromanen meiner Oma versunken (der Bergdoktor und ähnlich schwülstiges).
Der nächste Schritt war der Ausweis für die Bücherei und ein Abo beim Buchklub. Man hat dort pro Monat drei Bücher bestellen „müssen“.
Ein Deutschprofessor der uns den Zusammenhang von Literatur und Geschichte, Gesellschaft nähergebracht hat, hat mich dann endgültig geprägt.
Nach der Schule habe ich im Tourismus zu arbeiten begonnen, und nebenbei über viele Jahre gezogen, Vergleichende Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft studiert.
Durch das Reisen kam dann noch meine dritte große Leidenschaft, die Fotografie, dazu.

Meinen Nachschub bekomme ich von überall: im Vorbeigehen bei Buchhandlungen, auf Flohmärkten und in den Bibliotheken. Im Gegensatz zu vielen bibliophilen Menschen, bevorzuge ich Taschenbücher. Ich mag wenn man sieht, dass ein Buch bereits gelesen wurde: Striemen am Buchrücken, Eselsohren, unterstrichene Sätze, angestrichene Passagen, Randnotizen…
Am Flohmarkt ein gebrauchtes Buch, wenn möglich mit Widmung und Buchcover aus den 50er und 60er Jahren oder einem vergessenen Notizzettel zu finden ist für mich wie einen Schatz ausgegraben zu haben.