Menschen im Hotel. Vicki Baum

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vickibaumplatz
Foto  © http://www.frauenwissen.at.

Viele Wege führen zum guten Buch. In diesem Fall war es ein Straßenschild, dass mich auf die Autorin Vicki Baum aufmerksam gemacht hat. Ich habe das Schild vor Jahren beim Spazierengehen entdeckt und den Namen zunächst irgendwo abgespeichert. Auf einem Flohmarkt habe ich dann eine Buchclub Ausgabe des Romans Menschen im Hotel von 1953 gefunden. Und hier sind wir nun also.

Vicki Baum, geb. Hedwig Baum (* 24.01.1888 Wien, † 29.08.1960 Hollywood) begann ihre Karriere als ausgebildete Harfinistin in Deutschland bevor sie sich dem Schreiben widmete. Vermutlich fand sie ihren Weg zur Literatur durch ihre Ehe mit ihrem ersten Mann dem Schriftsteller und Journalisten Max Prels. 1916 heiratete sie den Dirigenten Richard Lert, aus dieser Ehe stammen zwei Söhne. Unter dem Namen Vicki Baum veröffentlichte sie 1919 Frühe Schatten. 1926 bis 1931 arbeitete sie als Verlagsangestellte und Redakteurin beim Berliner Ullstein Verlag. Während sie mit den folgenden Romanen immer berühmter wurde, geriet sie als jüdische Autorin zunehmends ins Blickfeld der Nationalsozialisten. (aber darüber steht in meiner Buchklub Ausgabe von 1953 natürlich noch nichts). Mit Menschen im Hotel: Ein Kolportageroman mit Hintergründen (1929) wurde sie international berühmt. Das Buch wurde 1930 in Berlin als Grand Hotel auf die Theaterbühne gebracht und auch vom Broadway übernommen. Schließlich 1932 von MGM als Grand Hotel mit Greta Garbo und Joan Crawford verfilmt. Anläßlich der Broadwayaufführung reiste Baum  nach Amerika und fand schnell gefallen. Da sich die Lage in Deutschland verschärfte, entschloß sich Vicki Baum mit ihrer Familie nach Amerika auszuwandern.

Lange Zeit als bloße Unterhaltungsliteratin abgetan fand die Frauenbewegung der 70er Jahre schnell Interesse an Vicki Baum selbst und an ihrer scharfsinnigen und dennoch feinen, liebevollen Beobachtung der Gesellschaft und der jeweiligen aktuellen Themen.

Da mich vor allem die Sprache von Vicki Baum verzaubert hat, kann ich nicht anders als meine Rezension mit Zitaten zu spicken: Weiterlesen

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Während die Welt schlief. Susan Abulhawa

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Während die Welt schliefManche Bücher und Charaktere gehen einem direkt ins Herz und werden dort immer bleiben.
Nachdem man diese Bücher beendet hat, bleibt man voller Gefühle aber sprachlos zurück. Man möchte sofort losgehen und jedem den man trifft das Buch vor die Nase halten und mit großen Augen sagen: Bitte, lies das.
Diese Bücher machen mich zu einer Art Zeugin und ich muss das Erfahrene weitergeben.
Wenn nur möglichst viele Menschen dieses Buch lesen, könnte die Welt ein besserer Ort werden. – Es kann gar nicht anders sein.
Während die Welt schlief ist eines dieser Bücher.

Dank einer sehr interessanten Vorlesung vor vielen Jahren, der Konflikt wurde anhand von Spiel- und Dokumentarfilmen von beiden Seiten beleuchte, konnte ich erahnen was auf mich zukommt und ich habe lange überlegt ob ich mich darauf einlassen soll. Aber ich konnte natürlich nicht anders.

Eine Zusammenfassung kann dem Buch eigentlich nicht gerecht werden, zur Orientierung aber der Klappentext:

Jenin im Blumenmonat April: Früh morgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und des Glücks, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt – ein Leben, das im Flüchtlingslager beginnt, nach Amerika führt und dennoch stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israel und Palästina.
Über vier Generationen erzählt Susan Abulhawa eine tief berührende Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung.“

Andere RezensentInnen kritisieren, dass Susan Abulhawa nur eine Seite der Katastrophe erzählt. Aber gerade darum geht es doch, ihr Ziel war es, aus palästinensischer Sicht zu erzählen, den PalästinenserInnen eine Stimme zu geben. Mit David und seiner Familie wurde der Blick ohnehin sehr vorsichtig auf die andere Seite geöffnet.

Zur Weiterreise:
Libanon
Cinema Jenin (24012017)
Das Herz von Jenin (24012017)
Lemon Tree (24012017)

Abulhawa Susan: Während die Welt schlief. Aus dem Amerikanischen von Stefanie Fahrner. Diana Verlag. 17. Auflage. Deutsche Taschenbuchausgabe 05/2012. ISBN: 978-3-453-35662-7

First They Came for the Jews. Ernest Hemingway.

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First they came for the Jews
and I did not speak out
because I was not a Jew.

Then they came for the Communists
and I did not speak out
because I was not a Communist.

Then they came for the trade unionists
and I did not speak out
because I was not a trade unionist.

Then they came for me
and there was no one left to speak out for me.

No man is an island

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„All mankind is of one author, and is one volume;…As therefore the bell that rings to a sermon, calls not upon the preacher only, but upon the congregation to come: so this bell calls us all:….No man is an island, entire of itself…any man’s death diminishes me, because I am involved in mankind; and therefore never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee.“ John Donne (1572-1631).

Maya oder das Wunder des Lebens. Gaarder Jostein

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„Ein spannender Roman über die Evolution – voller Magie, Zauber und Fantasie.
Auf dem Rückflug von einer Forschungsreise legt der Evolutionsbiologe Frank Andersen einen Zwischenstopp auf der Fidschi-Insel Teveuni ein. Der Tod seiner vierjährigen Tochter führte zur Trennung von seiner Frau. Die Erfahrungen des Todes und des Abschieds lassen den Biologen immer mehr an seiner Wissenschaft zweifeln. Er spürt die Sehnsucht, die Zeit anzuhalten und sich eine zweite Chance zu geben.“ (Text des Verlages)

Die Frage nach dem Sinn des Lebens – was können wir wissen?
Ich habe den Roman wegen seines Bezuges auf Goya gelesen, von dessen Bildern auch für mich eine unglaubliche Anziehungskraft ausgeht. Im Roman spielt er dann aber nur eine untergeordnete Rolle. Das Manifest konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, die Geschichte an sich fand ich ganz nett zu lesen. Wirklich spannend waren für mich die philosophischen Gedanken zur Evolutionsbiologie. In der Religion und in der Philosophie sucht der Mensch verzweifelt nach dem Sinn des menschlichen Lebens und versucht dann seinem Leben einen entsprechenden Sinn zu geben. Eingebettet in die lange Geschichte der Evolution, stellt sich die Frage wie ein Lebewesen mit so kurzer Lebensdauer und Geschichte überhaupt glauben kann, dass es den Sinn des Lebens erfassen kann. Der Gedanke, dass wir unsere Rolle in der Evolution und somit den größeren Sinn unseres Lebens überhaupt nicht verstehen können, ist irgendwie sehr erleichternd.

To move on:
Hustvedt Siri: Texte über Goya
Feuchtwanger Lion: Goya.

 

Gaarder Jostein: MAYA oder DAS WUNDER DES LEBENS. Aus dem norwegischen von Gabriele Haefs. Ausgabe Buchclub

Der Winterpalast. Eva Stachniak

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Geheime Gänge, verdeckte Türen, dunkle Nischen: Als die Waise Varvara als Dienstmädchen in den Winterpalast kommt, lernt sie schnell, sich ihre Verschwiegenheit und ihren aufmerksamen Blick zunutze zu machen. Keine Intrige, die ihr entginge, kein Getuschel, das ihren Ohren verborgen bliebe. Schnell wird sie zu einer der wichtigsten „Spioninnen“ im Palast. Als die junge Sophie von Anhalt-Zerbst – die spätere Katharina die Große – an den Hof kommt und auf dem Weg zur Macht eine Verbündete braucht, wird Varvara ihre engste Vertraute. Schließlich erklimmt Katharina den Zarenthron – aus der unerfahrenen Fremden wird eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit. (Text des Verlages)

 

Was ist aus den Träumen von einer aufgeklärten Gesellschaft geworden?
An die Stelle der Palast-Spione ist der Überwachungsstaat getreten. So wie die Garden Katharina an die Macht brachten, setzen heute Lobbyisten ihre Ziele durch. Statt Klatsch und Tratsch am Hof wird unsere Aufmerksamkeit auf B,C, und D Promis gelenkt. Zaren, Kaiser und Könige wurden durch Diktatoren ersetzt. In den Demokratien haben wir nur scheinbar die Wahl und eine Stimme. Versprechen können nicht eingehalten werden und am Ende sind wir nach wie vor den persönlichen Befindlichkeiten der Obrigkeiten ausgesetzt.

To move on:
Voltaire

Stachniak Eva: Der Winter Palast. Aus dem Englischen von Peter Knecht.
insel Taschenbuch. 4. Auflage 2013. ISBN:978-3-458-35895-4