Wilson Brad: Tiere vor der Kamera

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Da ich mich im Moment auf’s Fotografieren konzentriere, möchte ich Euch heute einen atemberaubenden Bildband ans Herz legen.

Wild Life von Brad Wilson

(Bildquelle: Prestel Verlag/Randomhouse)

Der amerikanische Fotograf Brad Wilson hat ein Projekt realisiert, von dem viele Tierfotografen kaum zu träumen wagen: Er hat „wilde“ Tiere ins Studio geholt und dort fotografiert. Um diese Gelegenheit voll auszuschöpfen hat er das beste Equipment verwendet und die Tiere (Affen, Löwen, Reptilien usw.) mitsamt Trainern in ein überdimensionales Studio geholt. Das Ergebnis der mit technischer Brillianz ausgeführten Bilder ist atemberaubend: intime, direkte Portraits der Tiere die mich in ihrer Schönheit und Würde tief berühren. Farben, Federn, Felle und Augen die mich einfach nur staunen lassen und an denen ich mich nicht sattsehen kann.

Mehr kann ich dazu nicht sagen, einfach anschauen und staunen.

Der Verlag stellt einen Buchtrailer mit Interview und Making Of – Szenen zur Verfügung das eine schöne Ergänzung zum Bildband liefert:

Wilson Brad: Tiere vor der Kamera. Prestel. 2014. ISBN: 978-3-7913-4897-1

Wilson Brad: Wild Life. Prestel. 2014. ISBN: 978-3-7913-4892-6

 

 

Happy Birthday Mrs. Austen

The novel is: „in short, only some work in which the greatest powers of the mind are displayed, in which the most thorough knowledge of human nature, the happiest delination of its varieties, the liveliest effusions of wit and humour, are conveyed to the world in the best chosen language.“

 

True, isn’t it?

Literaturkreis

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In meiner Nachbarschaft wurde gerade ein Literaturkreis gegründet. Das erste Treffen findet im April statt und wir wollen Milan Kundera’s Der Scherz besprechen. Ich bin schon sehr gespannt, ich habe noch nie bei einem Literaturkreis mitgemacht. Heute ist meine gebrauchte Ausgabe angekommen (1987). Natürlich habe ich gleich zwei weitere Bücher mitbestellt. Das Eine wollte ich schon seit Jahren lesen:Martin Buber: Ich und Du.
Das Andere habe ich zufällig entdeckt: Reshad Feild: Ich gind den Weg des Derwisch.

Der Grundgedanke dahinter war natürlich rein ökonomischer Natur und hat nichts mit Suchtverhalten zu tun…..

Es geht ums Tun und nicht ums Siegen. Engagement zwischen Wut und Zärtlichkeit. Konstantin Wecker / Bernard Glassman

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Nicht nur Konstantin Wecker hat zur Empörung über den Zustand der Welt aufgerufen. Empörung wird zum Dauerzustand wenn man Nachrichten und öffentliche Debatten kritisch mitverfolgt. Was tun? Abschalten und sich auf das eigene Leben konzentrieren? Damit entzieht man sich seiner Verantwortung. Empörung alleine wiederum macht handlungsunfähig. Es muss einen Mittelweg geben – auf dem man in guten Gefühlen bleiben, auf sich selbst achten und sich trotzdem engagieren kann.
Diesen Weg versucht Konstantin Wecker gemeinsam mit dem Zen-Meister Bernard Glassman in Es geht ums Tun und nicht ums Siegen. Engagement zwischen Wut und Zärtlichkeit. aufzuzeigen.
Erschienen ist das Buch, ebenso wie Wecker‘s Album Wut und Zärtlichkeit, bereits 2011.

Die Beiden kommen abwechselnd in Monologen und Dialogen zu Wort. Über ihre unterschiedlichen Lebenswege – der Eine Zen-Aktivist, der Andere engagierter Liedermacher – versuchen sie aufzuzeichnen wie man nicht in der Empörung stecken bleibt, sondern fähig wird weise zu handeln.Wie kann der einzelne Mensch wirklich etwas in der Welt verändern? Braucht soziales und politisches Engagement eine spirituelle Quelle, um langfristig etwas zu bewegen? Für viele Menschen ist ein Humanismus, der ohne Glauben auf ein höheres Wesen auskommt, ein guter Weg.  Die beständige bzw. wieder steigende Macht der großen Religionen, aber auch das Suchen sehr vieler Menschen außerhalb der Religionen (Yoga, Schmanismus usw.) zeigt, dass die Mehrheit der Menschen glauben möchte. Deshalb finde ich es zeitgemäß und wichtig, dass Glassmann und Wecker Spiritualität in Verbindung mit politischen Engagment bringen:

„Eine wirklich neue, friedliche Politik basiert auf einer spirituellen Weltsicht. Eine Spiritualität, die alle Grenzen der Religion aufhebt, weil sie das Göttliche nicht auf Altären sucht, sondern im Menschen selbst. Wir müssen wieder zu sprechen bereit sein von der Untrennbarkeit des Menschen von der Welt, der Verbindung unserer biologischen Existenz mit dem Universum, unsere Verbundenheit mit allem, was lebt. Wir müssen wieder zu sprechen beginnen von der Liebe und Schönheit des Daseins. Und ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die dazu bereit sind und dies bereits tun. Es ist an der Zeit, die Weisheitslehren aus Ost und West in unser aktives Handeln für eine gerechtere Welt zu integrieren. Es ist an der Zeit, die Kriege zu beenden, die Kriege in unseren Herzen, in unseren Köpfen und auf den Schlachtfeldern.“ Konstantin Wecker.

Da Glassmann Zen Meister ist, wird spirituelles Engagment mittels Buddhismus erklärt:

„Wir kultivieren das, was im Zen Anfängergeist genannt wird, d.h. allem mit offenem Geist zu begegnen und nicht mit vorgefassten Ideen und Vorstellungen davon, wie man die Dinge richten und die Probleme bewältigen könnte. Wir legen dabei Zeugnis ab von allem, dem wir begegnen, von Freude ebenso wie Leid. Anstatt die Situation nur zu beobachten, werden wir Selbst Teil der Situation. Wir machen uns vertraut mit dem was ist, auch mit Krankheit, Krieg, Armut, Tod. Wenn wir Zeugnis von dem ablegen, dann sind wir einfach da, wir fliehen nicht. Es geht darum, den Dualismus zwischen Ich als Subjekt und dem anderen als Objekt aufzulösen. Wenn wir Zeugnis ablegen wollen vom Leiden und leiden dabei selbst nicht, dann legen wir kein Zeugnis ab. Zeugnis ablegen von Freude ist Freude. Zeugnis ablegen von Leiden ist Leiden. Indem wir Zeugnis ablegen, öffnen wir den Raum für liebevolles Handeln und Heilung. Heilen heißt, die Dinge wieder ganz zu machen. Das ist die Essenz der Friedfertigkeit, denn sie beendet die Trennung und damit den Konflikt. Wenn ich die Ganzheit von mir selbst anerkenne, dann bin ich bereit, alles in mir zu erkennen, dass Gute ebenso wie das Schlechte, den Geist und den Körper, alle Seiten der Medaille.“ Bernie Glassmann.

Der Weg den Glassmann gegangen ist, ist nicht jedermanns Weg: anstatt sich in den Tempel zurückzuziehen lebt er gemeinsam mit Obdachlosen auf der Straße und meditiert mit Menschen in Auschwitz. Aber das dahinterliegende Prinzip ist von jedem Menschen anwendbar:

 „Schau einfach genau hin und frage, wie du helfen kannst. Was immer du dann auch tust, ist das Beste, was du in diesem Moment tun kannst. Es geht ums Tun und nicht ums Siegen. Aktivisten verurteilen nicht. Sie handeln. Sie tun, was die jeweilige Situation von ihnen erfordert.“
Bernie Glassmann.

Konstantin Wecker / Bernard Glassman (Hg. Christa Spannbauer): Es geht ums Tun und nicht ums Siegen. Engagement zwischen Wut und Zärtlichkeit. Kösel Verlag. 2011. ISBN 978-3-466-30919-1. 175 Seiten

Zur Weiterreise:
Empört Euch Konstantin Wecker LIVE 2014

4321. Paul Auster

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978-3-498-00097-4Gestern ist Paul Auster 70 Jahre alt geworden. Gerade rechtzeitig ist sein Opus magnum erschienen.
1264 Seiten. 6 Jahre hat er angeblich daran geschrieben. Meine Buchhändlerin hat mir 30 Lesestunden prognostiziert.
Ein Großprojekt für uns Beide also.
Erwartungsvoll mache mich auf die Reise um die vier Leben des Archibald Ferguson im Amerika der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu erkunden.
Ich bin sehr gespannt. Ihr auch?
Wenn nicht, vielleicht kann Euch der Autor selbst neugierig machen: Paul Auster über seinen Roman. (Verlagsvideo Rowohlt)

Besser. Doris Knecht

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978-3-499-25930-2
Herrlich. Sehr böser Humor. Der Roman startet mit einem Rundumschlag auf die gehobene Mittelschicht: „…der hat bis achtzehn vermutlich gar nicht gewusst, dass Frauen an und für sich ohne Perlenohrstecker aus der Fabrik geliefert werden, der wuchs in dem Glauben auf, Frauen hätten das serienmäßig wie Zähne und Brüste und flache Mokassins mit Troddeln dran.“
Die Beschreibung von Felizitas, die alle mögen außer eben Antonia Pollak.

 

 

Antonia Pollak lebt in Wien. Sie ist gut verheiratet, hat zwei Kinder, ist Künstlerin, hat einen entsprechenden Freundeskreis. Aber sie ist gelangweilt und fühlt sich fehl am Platz.
Und bald geht sie mir mit ihrem Gejammer über das Bobo Leben auf die Nerven. Ich denke mir, vielleicht lese ich das Buch zu spät? Vielleicht hätte ich es gleich 2013 lesen sollen, damals als nur die Diskussion Fleischessen oder vegetarisch/vegan Leben die Gesellschaft spaltete und über Beziehungen entschied. Wie Antonia es so treffend formuliert: „Wie es halt unweigerlich kommt, wenn zwei fundamentalistische Religionen aufeinandertreffen.“ Wie es halt so war, damals. Vor 2015/2016.

Aber ich lese weiter. Und plötzlich harte Ehrlichkeit: Gedanken über Kindererziehung, über Mutterschaft, die katholische Kirche, Körperkult und Antonias Mann Adam -scheinbar ein Glückskind, unantastbar für das echte Leben: „Manchmal möchte ich ihm ins Geschicht schlagen und ihm etwas darüber erzählen, dass das Leben in Wirklichkeit nicht so ist, wie er es sich vorstellt.“. Antonia zieht mich immer weiter hinein in ihre Gedankenwelt und Vergangenheit. Sie lässt weder den Traum vom Landleben noch den Traum von der multikulturellen Gesellschaft in der Stadt unangetastet. Antonia ist gelangweilt und verbittert wegen ihrer Vergangenheit. Aber nicht nur.

Sie läßt uns auch an schönen Gedanken teilhaben, wie z.B. im „Ich mag Kapitel“ oder im Kapitel über den Brokeback-Mountain-Kuss – dem ersten Kuss.
Solche wunderbaren Wortfindungen sind über den ganzen Roman verteilt.

Am Ende schafft es Antonia Frieden mit ihrer Umwelt und vor allem mit sich selbst zu schließen: „Wir kommen alle von irgendwo her. Wir sind alle beschädigt. Und die meisten von uns wissen, warum sie jetzt da sind, wo sie sind. Und warum wir leben, wie wir leben, und warum wir sind, wie wir sind. Und warum wir so leben wollen, wie wir leben, warum wir genau so lieben, nicht anders.“

Besser ist ein Großstadt- und ein Entwicklungsroman.Sehr witzig, sehr sarkastisch, sehr ehrlich. Und dann natürlich Kapitel 5. An vielen Stellen erkennt man, dass Doris Knecht sehr erfolgreich Kolumnen für verschiedene Zeitungen schreibt. Schade, dass ich Wald nicht doch auch gleich mitgenommen habe. Aber, für März kündigt sich ja schon der vierte Roman an: Alles über Beziehungen. Hoffentlich mit einer Lesung am 21.03.2017 in Wien.

Zur Weiterreise:
Trailer: Gruber geht. Schöne Verfilmung von Marie Kreutzer mit Manuel Rubey.
Doris Knecht: Wald
Doris Knecht: Alles über Beziehungen. (ET:10.03.2017)

Knecht Doris: Besser. Rowohlt Verlag. Berlin. 1.Auflage März 2013. ISBN: 978 3 87134 740 5.

Kurztripp nach Jeddah

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Weil wir längst woanders sindWeil wir längst woanders sind. Rasha Khayat

Während der Schulzeit ziehen Layla und Basil mit ihren Eltern von Saudi- Arabien nach Deutschland. Der Umzug kam für die Kinder überraschend, eigentlich hätten sie nur Ferien bei den deutschen Großeltern machen wollen. Aber die Familie bleibt.

Als erwachsene Frau geht Layla zurück nach Saudi-Arabien und verlobt sich dort. Anlässlich dieser für Bruder und Mutter überraschenden Hochzeit begleiten wir Basil nach Jeddah.
Während der Reise rekonstruiert er in Erinnerungen die gemeinsame Kindheit und Jugend.

Basil selbst scheint sich in der deutschen Gesellschaft gut aufgehoben zu fühlen. Das Wiedereintauchen in die arabische Sprache und Kultur und die herzliche Aufnahme in der mittlerweile fremden Familie verwirren ihn aber. Was bedeutet Liebe, Familie, Identität und Zugehörigkeit?

Vor allem, was treibt eine junge Frau wie Layla an, die Freiheit in Deutschland aufzugeben und sich den strengen Regeln der saudi-arabischen Gesellschaft zu unterwerfen?

„Natürlich hat man dahinten mehr Möglichkeiten“, unterbricht sie mich. „Vor allem als Frau. Aber was bringt mir das denn, wenn die Freude darüber fehlt bei den Menschen? Wenn sie stumm und kalt bleiben trotz all ihrer Freiheit und immer nur alles Bekannte wiederholen? Was bringen mir denn die ganzen Möglichkeiten, wenn sie keine Verbindung herstellen zueinander? Wenn man einsam bleibt, in der kleinen, drückenden Stadt, weil man so viele andere Dinge kennt, wenn man nie ganz frei sein kann, weil man sich immerzu entscheiden soll, und auch noch glücklich sein darüber.

„Dahinten ist zu wenig Platz für Schönes, Basil, zu wenig Platz für Wärme. Da ist Abstand und Filter. Ich habe die Filter so satt. Warum kann denn dahinten niemand einfach mal sagen, was er fühlt?“

In atmosphärischen Bildern erzählt die Autorin von der Familie, von der Kindheit und vom Alltag in Deutschland und Saudi-Arabien.
Es ist ein Kurztripp nach Jeddah auf dem wir einen ersten Eindruck gewinnen können, der aber Fragen unbeantwortet lässt und neue Fragen aufwirft.
Am Ende der Reise freut man sich auf mehr Geschichten aus Saudi Arabien und auf mehr Geschichten von Rasha Khayat.

Zur Weiterreise:
Westöstliche Diva  Blog der Autorin

Khayat Rasha: Weil wir längst woanders sind. Dumont. 1. Auflage 2016. ISBN:978-3-8321-9814-5

 

Meine wundervolle Buchhandlung. Petra Hartlieb

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Manchmal möchte man nicht einmal die Fingerspitzen aus der Decke hervorstrecken um ein Buch zu halten. In solchen Situationen kann man sich dann einfach bis auf die Ohren in die Decke kuscheln und sich aus dem reichhaltigen Angebot der Bücherei vorlesen lassen. Bisher waren meine Versuche mit Hörbüchern nicht sehr erfolgreich, da ich immer mit den Gedanken woanders war. Mit Petra Hartliebs Meine wundervolle Buchhandlung war es ganz anders. Zum Einen weil ich die Buchhandlung kenne und zum Anderen weil ich die Vorlesestimme von Irene Kugler perfekt für diese Geschichte fand.

In einer Blitzaktion haben die damals in Deutschland lebenden Hartliebs eine Buchhandlung in Wien gekauft, renoviert und wiedereröffnet. Die Geschichte erzählt nun vom Alltag in der Buchhandlung, von Büchern die nebenbei noch geschrieben wurden und natürlich von der Leidenschaft für das Buch im Allgemeinen. Es gibt schöne Momente, aber auch Momente der Verzweiflung. Buchhändleralltag. Eine Traumgeschichte für jeden Bücherwurm. Aber wirklich besonders wird die Geschichte durch den herzlichen und wertschätzenden Blick auf die vielen Menschen die den Buchhandel begleiten. Da tummeln sich Familienmitglieder, Angestellte, Autoren und Autorinnen, Zeitungsmenschen, Verlagsangestellte, Kunden und Kundinnen, Nachbarn und Nachbarinnen, Fremde die zu engen Freunden werden und Handwerker. Es geht nur miteinander und miteinander ist es auch viel schöner.

Die Kompetenz von Herrn Hartlieb habe ich selbst schon getestet. Unabsichtlich. In einer Grenzsituation für Buchhändler. Weihnachtsgeschäft. Ich entschließe mich spontan, so im Vorbeigehen in die berühmte Buchhandlung hineinzugehen. Und dann habe ich vergessen was ich wollte. Peinlich. Aber wahrscheinlich war ich nicht die Einzige. Ich  suche das schöne, dicke, weiße Buch; von der Russin mit dem langen Namen die jetzt in Berlin lebt….Nach kurzem Überlegen überreicht mir Herr Hartlieb „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili aus Georgien.

Zur Weiterreise:
Petra Hartlieb: Ein Winter in Wien.

Hartlieb Petra: Meine wundervolle Buchhandlung. Sprecherin: Kugler Irene. Jumbo Neue Medien. 224 min.

Menschen im Hotel. Vicki Baum

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vickibaumplatz
Foto  © http://www.frauenwissen.at.

Viele Wege führen zum guten Buch. In diesem Fall war es ein Straßenschild, dass mich auf die Autorin Vicki Baum aufmerksam gemacht hat. Ich habe das Schild vor Jahren beim Spazierengehen entdeckt und den Namen zunächst irgendwo abgespeichert. Auf einem Flohmarkt habe ich dann eine Buchclub Ausgabe des Romans Menschen im Hotel von 1953 gefunden. Und hier sind wir nun also.

Vicki Baum, geb. Hedwig Baum (* 24.01.1888 Wien, † 29.08.1960 Hollywood) begann ihre Karriere als ausgebildete Harfinistin in Deutschland bevor sie sich dem Schreiben widmete. Vermutlich fand sie ihren Weg zur Literatur durch ihre Ehe mit ihrem ersten Mann dem Schriftsteller und Journalisten Max Prels. 1916 heiratete sie den Dirigenten Richard Lert, aus dieser Ehe stammen zwei Söhne. Unter dem Namen Vicki Baum veröffentlichte sie 1919 Frühe Schatten. 1926 bis 1931 arbeitete sie als Verlagsangestellte und Redakteurin beim Berliner Ullstein Verlag. Während sie mit den folgenden Romanen immer berühmter wurde, geriet sie als jüdische Autorin zunehmends ins Blickfeld der Nationalsozialisten. (aber darüber steht in meiner Buchklub Ausgabe von 1953 natürlich noch nichts). Mit Menschen im Hotel: Ein Kolportageroman mit Hintergründen (1929) wurde sie international berühmt. Das Buch wurde 1930 in Berlin als Grand Hotel auf die Theaterbühne gebracht und auch vom Broadway übernommen. Schließlich 1932 von MGM als Grand Hotel mit Greta Garbo und Joan Crawford verfilmt. Anläßlich der Broadwayaufführung reiste Baum  nach Amerika und fand schnell gefallen. Da sich die Lage in Deutschland verschärfte, entschloß sich Vicki Baum mit ihrer Familie nach Amerika auszuwandern.

Lange Zeit als bloße Unterhaltungsliteratin abgetan fand die Frauenbewegung der 70er Jahre schnell Interesse an Vicki Baum selbst und an ihrer scharfsinnigen und dennoch feinen, liebevollen Beobachtung der Gesellschaft und der jeweiligen aktuellen Themen.

Da mich vor allem die Sprache von Vicki Baum verzaubert hat, kann ich nicht anders als meine Rezension mit Zitaten zu spicken: Weiterlesen